Woher kommt der Meerschwamm? Seine Geschichte

Naturschwamm im sinkenden Ozean
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Der Meerschwamm – damals wie heute ein Hit

Seit einiger Zeit ist er in aller Munde. Er findet Anhänger unter den Vollbadnehmern, erfrischt und belebt die Haut unter der Dusche, reinigt das Gesicht porentief und ist auch während der Menstruation ein sicherer Partner.

Der Meerschwamm ist kein topmodernes Produkt, das unter Einbeziehung smarter Technologien synthetisch erschaffen wurde. Es handelt sich um ein vollkommen natürliches Utensil, mit dem schon Nofretete ihre Schönheitszeremonien betrieb. Wo kommt er also her, der Meerschwamm und wie sieht seine jahrhundertelange Geschichte aus. Ein Blick in die Vergangenheit lohnt.

Naturbadeschwamm auf einem Marmorboden mit Muscheln

Der Meerschwamm im alten Griechenland

Es handelt sich um ein Erzeugnis von höchster Qualität, das hauptsächlich in der Pharma-, Haushalts- und Körperpflege verwendet wird. Natürliche Meeresschwämme sind poröse feste Massen, hauptsächlich Seezoophyten, die nach dem notwendigen Reinigungsprozess sehr weich und leicht werden und für eine Vielzahl von alltäglichen Anwendungen geeignet sind.

Seit der Antike verwendeten die Griechen sowohl für ihre persönliche Hygiene, aber auch für die Reinigung ihrer Häuser Meerschwämme. Erwähnt wird das Produkt erstmals im 8. Jahrhundert vom epischen Dichter Homer. In seiner Ilias reinigt der Gott Hephaistos sein Gesicht, seine Hände und seine Brust mit einem Meerschwamm, während in der Odyssee die Diener im Palast des Odysseus die Tische nach den Mahlzeiten der Freier von Penelope mit Schwämmen reinigen.

Erwähnung finden die Schwämme auch in den Lebensbereichen Schreiben, Malen, Medizin, Pharmazie und Armee. Dort wurde der Meerschwamm benutzt, um Soldaten während der römischen und byzantinischen Zeit vor der Reibung zwischen Rüstung und Körper zu schützen. Es gibt sogar in der Bibel, im Neuen Testament, Hinweise auf den Schwamm: Ein römischer Soldat bietet Jesus bei der Kreuzigung einen in Essigwein getränkten Schwamm an.

Nach dem endgültigen Ende der Vetokratie in Griechenland (14.-16. Jahrhundert v. Chr.) brachten die westlichen Kreuzfahrer den Meerschwamm nach Mittel- und Westeuropa und machten Venedig zu einem wichtigen Schwammhandelszentrum. Von da aus verbreitete sich der Schwamm fast von alleine.

Meerschwämme auf einem Stapel

Von unterschiedlicher Qualität

Es wird deutlich, dass der Meerschwamm hauptsächlich im östlichen Mittelmeer geerntet wurde. Nachdem die Verwendung von Schwämmen in der westlichen Welt eingeführt und populär gemacht worden war, stieg folglich seine Nachfrage enorm an. Nachschub musste also her und deswegen suchten unzählige Taucher in anderen Weltmeeren nach ihnen. In der Karibik, hauptsächlich an der Küste Floridas und Kubas, wurde man auch fündig. Ihre Qualität ist jedoch geringer als die der mediterranen Schwämme, da ihre Textur zu locker ist. Auch das was an der Küste Madagaskars in der Bucht von Bengalen und an der Küste der Philippinen geerntet wurde, konnte mit dem Meerschwamm aus dem Mittelmeer nicht mithalten. Das ist auch der Grund, warum Griechenland bis heute der Hauptlieferant von Qualitätsschwämmen geblieben ist.

Meerschwämme unter Wasser, umringt von Algen

Die äußere Gestalt ist der Hit

Der natürliche Meerschwamm, der vor den Küsten Griechenlands lebt, gehört aufgrund seiner Qualität zu den besten Produkten für Pflege und Hygiene. Aristoteles war der Erste, der bemerkte, dass Meeresschwämme zwar wie Pflanzen aussehen, aber Sinne besitzen und deswegen ins Tierreich gehören. Viele andere Wissenschaftler wie Rondelet, Lamark, Cuvier, oder Hyman haben seitdem die Morphologie der Schwämme untersucht. 1967 ordnete Brien die Schwämme schließlich dem Subkönigreich Metazoa (vielzellige Tiere)zu. Der Meerschwamm wird in das Phylum Porifera (quasi: Porenschwamm) eingestuft, da ihre Oberfläche voller Poren und Kanäle ist, durch die Wasser zirkulieren kann. Ihre Hauptfunktion besteht darin, große Mengen Wasser zu pumpen, die ein Volumen erreichen können, das dreimal so groß ist wie das Volumen des Meerschwamms selbst. Bis heute wurden über 7500 Arten entdeckt. Sie können eine Größe von wenigen Millimetern aufweisen, aber auch bis zu drei Meter hoch werden. Es gibt eine wahnsinnge Artenvielfalt unter den Schwämmen. Aus diesem Grund sollte man sich nicht für irgendeinen Schwamm entscheiden und die Herkunft überprüfen.

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